19. März 2010

Die Abbauarbeiten auf dem Flughafengelände Tempelhof sind vorläufig gestoppt. Die Vertrauensleute des “Volksbegehrens für das Weltkulturerbe Tempelhof und mehr Transparenz in der Politik” haben beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, der den vom Senat geplanten Abbau von Einrichtungen auf dem Gelände untersagt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hat zugesagt, die Arbeiten bis zu einer Entscheidung einzustellen.

Die Vertrauensleute aus dem Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de wollen durch die Anordnung verhindern, daß das bevorstehende Volksbegehren inhaltlich seinen Sinn verliert. Das Volksbegehren zielt auf einen denkmalgeschützten, authentischen Erhalt des historischen Flughafens und eine Ernennung zum UNESCO Welterbe ab. “Wenn die Abbauarbeiten wie geplant durchgeführt werden, ist kaum noch etwas da, was man schützen könnte. Es ist gerade der historische Gesamteindruck mit seinen Antennen, Lichtern und Navigationshäuschen, der den Charakter der Anlage ausmacht.”

Das Land Berlin steht bisher auf dem Standpunkt, dass nur das Flughafengebäude mit Vorfeld unter Denkmalschutz steht. “Diese Einschätzung ist nach unserer Auffassung nicht korrekt. Die Berliner Denkmalschutzliste spricht eindeutig von einem Schutz als Gesamtanlage und Ensemble, was auch die zugehörigen Flächen einbezieht. Jedes Kind kennt den phantastischen Anblick des Flughafens bei Nacht. wenn man mit der S-Bahn oder dem Auto daran vorbeifährt.” Auch die Berliner Denkmalschutzdatenbank begründet den Schutz mit der städtebaulichen Anlage, die durch die runde Form mit den Rollwegen und Aufstellflächen und ihrer Einbettung in das Stadtbild mit Kreuzberg gebildet wird.

Abriss der Cafeteria

Abriss der Cafeteria im Flugsteig A

Schon in der Vergangenheit wurden gravierende Eingriffe in die Substanz des Gebäudes genehmigt und durchgeführt. So wurden für die Messe “Bread und Butter” Büroräume entkernt, die Fluggasttreppen beseitigt und die historische Cafeteria am Flugsteig A abgerissen. “Wir haben nicht den Eindruck, dass der bestehende Denkmalschutz ernst genommen wird.”

Der Antrag richtet sich nicht grundsätzlich gegen die Öffnung des Geländes für Besucher. Es müssen nur Schutz und originaler Erhalt sichergestellt sein. “Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn die Berliner Ihren historischen Flughafen endlich wieder besuchen können. Tempelhof ist ein Ort an dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Nur wer vor Ort war, weiß, was Berlin mit Klaus Wowereits’ Bebauungsplänen verloren gehen würde.

Wir sind allerdings auch sehr verwundert, wie unkritisch die Pläne zur großflächigen Öffnung und Bebauung von den Berliner Naturschutzverbänden begleitet werden. In Tempelhof leben zahlreiche geschützte Vogel-, Pflanzen  und Insektenarten, zahlreiche davon vom Aussterben bedroht oder als ausgestorben dort wiederentdeckt. Große Teile der Freiflächen sind besonders wertvolle Trockenrasenflächen in denen seltene Bodenbrüter leben, 25% der Berliner Feldlerchen, zahlreiche Fledermäuse und eine Dohlenkolonie. Nur ein Erhalt der Freifläche sichert diesen Art das Überleben.

Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de sieht in dem bevorstehenden Volksbegehren die Chance, endlich eine würdevolle und breit akzeptierte Zukunft für den historischen Ort zu finden. Die vergangenen Monate habe gezeigt, dass durch die Maßnehmen des Senats in Tempelhof ein enormer politischer, wirtschaftlicher und Imageschaden entstanden ist. Wir Berliner haben aber jetzt die Chance, wenigstens einen Teil der Fehler wieder gut zu machen.

Entkernung der Büros

6. Februar 2010

An der Buswendeschleife am Tempelhofer Damm (Nähe S-Bhf Tempelhof) wurden Baumfällarbeiten beobachtet. Pikant dabei ist, dass die Bäume unmittelbar am Rand des Flugplatzgeländes liegen, und zwar genau an der Stelle an der sich eine naturschutzrechtlich bedeutsame Dohlenkolonie, sowie Steinschmätzer, Wiesenpieper und Nachtigallen im Buschwerk befinden.

Die Fällgenehmigung wurde interessanterweise teilweise vom Beziksamt Pankow (!!!) erteilt. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist informiert, konnte sich aber offenbar bisher wieder einmal zu keinen Aktivitäten durchringen.

Fällgenehmigung

Fällgenehmigung für die Bäume an der Buswendeschleife

22. Mai 2009

voraussichtlich mind. 610 Mio Euro Schaden durch die Schließung Tempelhofs

Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof hat die erste Runde für das Volksbegehren erfolgreich abgeschlossen und am 29. April 2009 einen Antrag für ein neues Volksbegehren bei der zuständigen Senatsverwaltung für Inneres und Sport eingereicht.
Gesammelt wurden rund 24.500 Unterschriften, die nun auf ihre Gültigkeit geprüft werden. Der diesmal verbindliche Abstimmungstext schreibt den Denkmalschutz für den gesamten Flughafen fest, untersagt die Entwidmung und Umnutzung und strebt eine Ernennung zum Weltkulturerbe an.
Darüberhinaus sollen die Senatsmitglieder nicht länger durch Vorstands- und Ausichtsratsmandate in Interessenkonflikte geraten. Die Bürger erhalten ein umfassendes Recht auf Akteneinsicht und Information. Mitglieder des Senats müssen zukünftig Nebeneinkünfte und Interessenkonflikte offenlegen und auch für Schäden, die sie im Amt verursachen gerade stehen.

Internet Seite zum Volksbegehren bzw. Volksentscheid

Gail S. Halvorsen

Rosinenbomber Pilot Gail S. Halvorsen 2008 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof

“Wir haben in Amerika ein Denkmal für die Freiheit, das heißt ‘Statue of Liberty’. Ich glaube Tempelhof ist die ‘Statue of Liberty’ für Deutschland”

Gail S. Halvorsen, der legendäre Luftbrücken-Pilot, der 1948 als Erster Pilot Fallschirmchen mit Süßigkeiten aus seinem Flugzeug abwarf, war Ehrengast der Party zum Erhalt des Flughafens Tempelhof.

Er erinnerte in seiner Ansprache daran, daß die Freiheit für Deutschland 1948 und 49 mit der Luftbrücke geboren wurde, und darauf im Jahr 1989 das Zusammengehen der beiden deutschen Teile zu einem Deutschland kam.

“Aber die Luftbrücke 1948 war der Anfang für der Freiheit für Deutschland”.

Tempelhof sollte offen bleiben. Eine Hauptstadt wie Berlin sollte mindestens zwei Flughäfen haben, einen für die kleineren Flugzeuge, die Firmenjets und einen für den Hauptverkehr in Schönefeld.

Einen Ausschnitt aus seiner Ansprache als Video gibt es hier (ca. 60 MB Größe, Ladezeit beachten!)

20. Mai 2009

Aufruf und Petition

Stand am: 11.01.2009 ca. 22.300 Unterschriften

Schon über 20.000 Unterschriften – Wir sammeln weiter, unser neues Ziel: mindestens 100.000 Unterschriften!
Unterzeichnen Sie bitte hier online oder drucken Sie ein Unterschriftsblatt aus.

Tempelhof ist ein Nationales und Internationales Denkmal! Helfen Sie mit, es für die Zukunft zu erhalten!

Hier geht es zur Unterzeichnung

Hier die Pressemitteilung zur ersten Einreichung

1. Mai 2009

In der aktuellen Diskussion um den Erhalt des Flughafens Tempelhof streiten sich Befürworter und Gegner neben dem juristischen Argument “Planfeststellung für BBI” immer wieder um Fragen wie Wirtschaftlichkeit, Bedarf, Sicherheit, Kosten und manchmal auch Privilegierung. Neben diesen Argumenten gibt es aber eines, dass eigentlich mindestens genauso wichtig ist, und das vielen Berlinern offensichtlich viel bewusster ist, als der Berliner Politik: Dieses Argument heißt “Geschichte” oder auch “kulturelle Errungenschaft” oder “historisches Denkmal”. Kritiker nennen es gerne verächtlich “Rückwärtsgewandtheit” oder “Nostalgie”.

Die UNESCO Welterbekonvention

Die Idee des UNESCO Welterbes entstand 1960, als in Ägypten der Bau des Assuan Staudamms unter anderem zur Überflutung Felsentempels von Abu Simbel führte. Im Namen des Fortschritts wäre hier beinahe ein einmaliges Bauwerk der Menschheitsgeschichte geopfert worden. Abu Simbel wurde umgesetzt und im Jahr 1972 entstand darauf die UNESCO Welterbekonvention, die es den teilnehmenden Staaten zur Pflicht macht, das sogenannte Welterbe zu erfassen und zu schützen. Sie wurde 1975 verabschiedet.

Natürlich ist Tempelhof noch nicht ganz so alt wie Abu Simbel, aber auch hier haben wir es mit einem Meilenstein in der Weltgeschichte, nämlich der Luftfahrtgeschichte zu tun. Allein dies könnte gemäß den Statuten der UNESCO ein Aufnahmekriterium sein. In Tempelhof kommt noch hinzu, dass der Flughafen in den 85 Jahren seines Bestehens die Geschichte auch ganz wesentlich mitgeprägt hat, und mithin Spiegelbild dieser Ereignisse geworden ist.

Die UNESCO Welterbekonvention definiert Kulturerbe in Abschnitt I Artikel 1:

Im Sinne dieses Übereinkommens gelten als “Kulturerbe”

Denkmäler: Werke der Architektur, Großplastik und Monumentalmalerei, Objekte oder Überreste archäologischer Art, Inschriften, Höhlen und Verbindungen solcher Erscheinungsformen, die aus geschichtlichen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen von außergewöhnlichem universellem Wert sind;

Ensembles: Gruppen einzelner oder miteinander verbundener Gebäude, die wegen ihrer Architektur, ihrer Geschlossenheit oder ihrer Stellung in der Landschaft aus geschichtlichen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen von außergewöhnlichem universellem Wert sind;

Stätten: Werke von Menschenhand oder gemeinsame Werke von Natur und Mensch sowie Gebiete einschließlich archäologischer Stätten, die aus geschichtlichen, ästhetischen, ethnologischen oder anthropologischen Gründen von außergewöhnlichem universellem Wert sind.

Wie man erkennen kann, gibt es nicht nur einen Grund, den Flughafen Tempelhof dazu zu zählen.

Die Kulturelle Errungenschaft

Erster Verkehrsflughafen der Welt

Der Flughafen Tempelhof war 1923 der erste Verkehrsflughafen der Welt, der den Betrieb aufnahm. Zuvor waren die damaligen Flugfelder eher Versuchsfelder für die noch junge Luftfahrtbranche. In Berlin-Johannisthal (nach der Wende leider zugebaut) kreisten ab 1909 die ersten Flugzeuge mit ihren waghalsigen Piloten.

In Tempelhof wurde aus den Versuchsfliegern zum ersten Mal ein Wirtschaftszweig. Auch die Deutsche Luft Hansa A.G. begann 1926 hier ihren Flugbetrieb.

Drittgrößtes Gebäude der Welt

Es ist bekannt, dass im Dritten Reich gerne mal etwas „größer“ und pompöser gebaut wurde. Mit 284.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche war das Gebäude zum Zeitpunkt seines Entwurfes im Jahr 1934 das flächenmäßig größte Gebäude der Welt, und hält heute immerhin noch Platz 3.

Dennoch greift es zu kurz, hier nur die übliche Nazigigantomanie am Werk zu sehen. Immerhin sahen die Planungen von damals bereits Passagierentwicklungen bis zum Jahr 2000 vor. Diese waren ziemlich kühn geplant, aber aus damaliger Sicht durchaus Anlass für reichlich Hangars und Gebäudekapazitäten.

Bautechnisch wegweisend

Das heutige Gebäude von Ernst Sagebiel wurde zu einer Zeit geplant, als in Tempelhof bereits das erste Flughafengebäude stand, jedoch noch kaum Erfahrungen mit der Verkehrsluftfahrt vorlagen. Sagebiel baute auch an den Flughäfen von Stuttgart, München-Riem und Wien, doch keiner davon ist auch nur annähernd vergleichbar erhalten wie Tempelhof.

Viele architektonische Entscheidungen von damals waren dennoch wegweisend für nachfolgende Verkehrsflughäfen in aller Welt. Stararchitekt Sir Norman Foster hat dies 2004 wunderbar mit seinem Satz auf den Punkt gebracht: Tempelhof ist die „Mother of all Airports“.

Die Unterteilung des Gebäudes in mehrere Funktionsebenen: Gepäckabfertigung, Anflug- und Abflugebene, ein separater Fracht- und Luftpostbereich findet man heute überall. Und wenn wir heute auf allen Flughäfen gewohnt sind, Einkaufszentren, Hotels und ganze Bürokomplexe zu finden, so sehen wir dies das erste Mal in Tempelhof verwirklicht.

Nicht durchgesetzt hat sich dagegen die damalige Idee, das Flughafendach gleichzeitig als Tribünenanlage für Großveranstaltungen und Aufmärsche zu nutzen. Manch einer hat sich sicher gefragt, warum am Gebäude die auffälligen Treppentürme stehen. Sie waren gedacht, um 100.000 Zuschauern Zugang zum Flughafendach zu bieten.

Aus diesem Grund erfolgte auch eine außergewöhnliche Dachkonstruktion: 40 Meter ausragende Stahlträger als Tribüne sind auch noch heute bemerkenswert.

Das Spiegelbild der Zeitgeschichte

Technikbegeisterung in den goldenen Zwanzigern

Weitgehend in Vergessenheit geraten ist heute die Tatsache, dass Berlin eines der Zentren der Luftfahrtgeschichte ist. Otto Lilienthal experimentierte in Lichterfelde, in Johannisthal entstand der 2. Flugplatz überhaupt, auch viele Flugzeugbauer waren hier ansässig. In dieser Technikeuphorie in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand der Wunsch, in Tempelhof einen stadtnahen Flughafen zu bauen.

Repräsentationsobjekt des Nationalsozialismus

Auch wenn viele Menschen diese Zeit lieber verdrängen. Das heutige Gebäude zeigt deutlich die Gedankenwelt des Nationalsozialismus. Mit den hohen Hallen, der Verkleidung durch Muschelkalk, den Ornamenten und seiner Ausstattung als Luftfahrt- und Aufmarscharena steht es klar für den damaligen Herrschaftsanspruch. Aber es stellt uns auch die Frage, wie leicht wir uns von dieser Symbolik beeindrucken lassen.

Zufluchtsstätte während des Zweiten Weltkrieges, Ort von Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit

Obwohl das Flughafengebäude kriegsbedingt nie fertig gestellt wurde diente es doch auch in unfertigem Zustand vielen tausend Berlinern als Zufluchtsstätte während des zweiten Weltkrieges.

Die Bunker und Katakomben in seinen Kellern, aber auch die autonome Wasser- und Energieversorgung boten sicheren Schutz für die Menschen, sie dienten aber gleichzeitig auch der Rüstungsindustrie. So ist bekannt, dass gegen Kriegsende Zwangsarbeiter im Eisenbahntunnel des Flughafens die Flugzeuge montierten, die nebenan auch gleich zum Einsatz rollen konnten.

Zentrum der Luftbrücke

Hätten im Jahr 1948 nicht General Lucius D. Clay und Bürgermeister Ernst Reuter den mutigen Entschluss gefasst, Berlin aus der Luft zu versorgen, die Geschichte Europas wäre wohl anders verlaufen. Die Luftbrücke war für über 40 Jahre der Grundstein für das gute Verhältnis von Deutschen und Amerikanern und der Beginn eines freiheitlichen Deutschlands.

Der Flughafen Tempelhof war logistisches Zentrum dieser Luftbrücke, die den Westalliierten größte logistische Leistungen und auch zahlreiche Opfer abverlangte.

Schauplatz des Kalten Krieges

Als West-Berlin im Kalten Krieg den äußersten Vorposten des Westens bildete, spielte der Flughafen eine zentrale Rolle. Hier befand sich die amerikanische Nachrichtenzentrale zur Überwachung des osteuropäischen Luft- und Funkverkehr, hier wurden die Agenten ein- und ausgeschleust und manchmal auch zum Austausch an die Glienicker Brücke gefahren.

Hier landeten Staatsmänner und Kulturschaffende aus aller Welt. Hier flogen DDR Bürger ein, die polnische Passagierflugzeuge zur Republikflucht entführten und reisten diejenigen aus, die sich in anderer Richtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung entziehen wollten.

Und es fand auch zum ersten und einzigen Mal ein alliierter Gerichtsprozess mit amerikanischem Richter und deutschen Geschworenen statt.

Verlierer der Wende

Wie in einer Zeitkapsel hat der Flughafen Krieg und Kalten Krieg überlebt. Eigentlich wäre daher 1993 mit dem Abzug der US Air Force das Jahr gewesen, an dem der Flughafen endlich die ihm ursprünglich zugedachte Funktion hätte erfüllen können. Mit 1,1 Mio. Passagieren wäre eine gute Basis vorhanden gewesen.

Doch wie viele Fehlentscheidungen der Nachwendezeit wurde auch 1996 der sogenannte „Konsensbeschluss“ getroffen, nachdem alle Berliner Flughäfen zugunsten des Ausbaus von Schönefeld geschlossen werden sollen. Seitdem steuert man in Tempelhof mit den Passagierzahlen bergab, in Tegel steil bergauf und in Schönefeld meistens drunter und drüber.

Fazit

Der Flughafen Tempelhof ist etwas Besonderes und er wird auch immer etwas Besonderes sein. Er hat aufgrund seiner Lage und Größe gar keine Chance, ein „normaler“ Flughafen zu sein. Durch seinen jahrzehntelangen Sonderstatus hat er uns einen Zustand überliefert, den es sonst nirgendwo mehr auf der Welt gibt.

Wer heute durch das Gebäude geht, erlebt den monumentalen Baustil, sieht die verlassenen Sauna- und Fitnessanlagen über der Haupthalle, erlebt die Nachrichtenräume und Büros der US Airbase. Wer auf dem Dach steht, sieht die Zugänge zu den Tribünen, die Rollwege und Landebahnen aus der Zeit der Luftbrücke und die Wege rund um das zerstörte alte Empfangsgebäude.

Wer in die Bunker und Katakomben hinabsteigt sieht die Wilhelm-Busch Zeichnungen an den Wänden, die Tunnel und Katakomben, die Eisenbahngleise und den bei Kriegsende ausgebrannten Filmbunker. Und selbst von außen erkennt man die roten Feuerspuren über den Fenstern, die niemals genutzten Treppentürme und das Luftbrückendenkmal.

Wenn eine Gesellschaft ein so bedeutendes, geschichtsträchtiges und dazu noch authentisches Denkmal geschenkt bekommt, muss sie es auch bestmöglich erhalten.

Der Flughafen steht als „Ensemble“ bereits heute unter Denkmalschutz. Die Ernennung zum Weltkulturerbe ist ein konsequenter Schritt dieses auch nach außen deutlich zu machen. Dies ist eine Aufgabe für das Land Berlin, die Deutsche Bundesregierung, die UNESCO aber auch für alle Berliner Bürger.

Verweise:

Beitrag von Volker Perplies, Weiterveröffentlichung gestattet unter der Creative Commons License Creative Commons-Lizenz